Tagungen | Netzwerktreffen
Das erste Treffen des DFG-Netzwerks Queerlinguistik fand vom 11. bis 13. September an der Universität Hamburg statt. Das Treffen diente der Konsolidierung des Netzwerks sowie einer Bestandsaufnahme und Diskussion des Status Quo und der Zukunft der Queerlinguistik in Deutschland. Neben einem internen Austausch und der Planung der weiteren Netzwerkarbeit wurde ein Überblick der bisherigen queerlinguistischen Forschungen im Deutschen, in Deutschland und auch darüber hinaus erarbeitet. Zusammen mit dem Impulsvortrag des Gasts (Prof. Dr. Heiko Motschenbacher) wurde auf dieser Grundlage über bisherige Ansätze, mögliche Lehren aus der internationalen Forschung sowie die zukünftige Forschung – allgemein und im Netzwerk – diskutiert.
Fragen und Themen, die für das erste Treffen Bedeutung haben, sind:
- Wie lässt sich die bisherige Forschung zur Queerlinguistik im Deutschen strukturieren und zusammenführen? In Hinsicht auf: Fragestellungen, Methoden, Ansätze, Teildisziplinen der Linguistik.
- Wie kann die zukünftige Forschung in dem Themenfeld aussehen? Welche Ansätze erscheinen vielversprechend?
- Welche Impulse kann die internationale Forschung geben? Was kann die Queerlinguistik im Deutschen von der internationalen Forschung lernen?
- Welche Erkenntnisse lassen sich übertragen, welche Spezifika gibt es im Deutschen?
Das zweite Treffen des Netzwerks findet vom 18. bis 20. Februar an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder unter dem Titel „Referenzen auf queere Menschen“ statt. Es legt den Schwerpunkt auf Sprachstrukturen, und zwar konkret auf verschiedene Arten, wie auf queere Menschen referiert wird, und wie sie selbst auf sich referieren. Ein Fokus liegt dabei auf geschlechtersensibler und inklusiver Sprache (bspw. nominale und pronominale Referenzen wie Kolleg:innen oder dey). Darüber hinaus werden weitere Referenzen, die für die Repräsentation und Konstruktion queerer Menschen bedeutsam sind, betrachtet. Für diese Auseinandersetzung sind folgende Bereiche relevant: Grammatik, Morphologie, Lexik, Lexikografie, Semantik, Onomastik. Den Impulsvortrag wird Prof. Dr. Evelyn Ferstl (Universität Freiburg) halten.
Folgende Fragen und Themen werden im zweiten Treffen fokussiert:
- Welche Pronomen und weitere Referenzverfahren für nicht-binäre Menschen gibt es im Deutschen? Wann und wie oft werden sie von wem verwendet?
- Welche Erkenntnisse zum Gebrauch und zur Wirkung verschiedener Formen geschlechtersensibler Sprache (bspw. Asterisk, Doppelpunkt) liegen vor?
- Welche Selbst- und Fremdbezeichnungen für queere Menschen werden im Deutschen verwendet? Wie werden sie in Wörterbüchern definiert? Was bezeichnen Kurzwörter wie LGBT+?
- Wie sieht die Entwicklung von Rufnamen aus einer queeren Perspektive aus?
- Wie geht generative künstliche Intelligenz mit Referenzen auf queere Menschen bspw. in Übersetzungen um?
